War es vor zwei Jahren der bemerkenswerte Jahresausklang, über den hier berichtet wurde, war es nun im Jahr 2022 der Jahresbeginn.
Es begann am 02. Januar mit Segelfliegen im Hang- und Wellenaufwind von Porta Westfalica aus. Ich bin direkt am ersten Segelflugtag des Jahres über 6 Stunden in der Luft gewesen. Es war auch gar nicht so kalt, denn der stramme Südwestwind, der leider etwas mehr West- als Südwind war, bescherte Norddeutschland nach der grimmigen Kälte der Weihnachtstage wieder (relativ) milde Temperaturen. Darin eingebettet einige heftige Regenschauer, denen ich aber taktisch ausweichen konnte. An zwei Stellen, zuerst an der Wittekindsburg am Wiehengebirge und dann an der Schaumburg am Wesergebirge, fand ich auch eine Welle, die mich bis auf 1.600 m Seehöhe hob. Am Ende des Fluges waren 348 Streckenkilometer zusammengekommen. Für die Flugdauer nicht viel, aber in der Welle ging es ja auch immer mal über Grund rückwärts. Es ist schon faszinierend, in der völlig ruhigen, laminaren Strömung einer Welle zu fliegen. Keine Turbulenz, kaum Fahrtgeräusch und ein ganz gleichmäßiges Steigen, meist nicht besonders hohe Werte, so ca. 1 m/s, aber stellenweise waren es diesmal auch deutlich mehr. Und dann wieder tief ran an den Hang und mit der Maximalgeschwindigkeit für böige Luft daran entlang sausen. Stellenweise erreichte ich mehr als 200 km/h über Grund. Das fetzt – ist aber auch sehr anstrengend.

Am 03. Januar waren die Verhältnisse noch günstiger, aber am zweiten Flugtag des Jahres sollte es ganz hoch hinaus gehen. Ich flog mit der „pocket-rocket“ von Hamburg nach Genf und zurück. So ab und zu ist doch auch schön, sich die Wolken von oben anzusehen. Es ging bis auf 41.000 Fuß (12.500 m) hoch. Der Blick auf das Alpenpanorama war toll. Schneebedeckte Berggipfel, die Spitze des Mont Blanc in Wolken verhüllt und der Berg wie abgeschnitten. Wieder zurück in Hamburg wehte der Wind, den ich eigentlich am Hang nutzen wollte, kräftig aus Südwest mit Böen bis zu 30 Knoten. Da merkt man dann doch, dass die Citation kein großes Flugzeug ist.

So haben mir die ersten beiden Flugtage des Jahres schon 9 Stunden 58 Minuten Flugzeit eingebracht. Ja, da wäre ich vor drei Jahren noch lange nicht in Singapur gewesen, aber – für einen „Rentner“ doch nicht schlecht, oder?