Nachdem der Wettbewerb im vergangenen Jahr wegen der Pandemie ausfallen musste, fand in diesem Jahr immerhin eine „abgespeckte Version“, das „Vintage Aerobatic Meeting“ in Odense auf der dänischen Insel Fyn vom 18. Bis zum 22. August statt.

Meeting und nicht World Championship weil wegen unterschiedlicher Reisebestimmungen nicht alle Teilnehmer anreisen konnten.

So machten Herrmann, Karin und ich uns am Mittwoch, dem 18. auf den Weg, Karin im VW-Bus und Herrmann und ich im Stieglitz von Itzehoe mit Zwischenlandung in Flensburg. Wie die Bilder zeigen bei wenig einladendem Wetter, aber wenigstens mit einer Rückenwindkomponente. Aber es hat uns ganz schön durchgeschüttelt.

Die Begrüßung in Odense war wie immer sehr herzlich, sehr schmerzlich waren hingegen die vielen Absagen wegen des schlechten Wetters auf der Strecke oder technischer Defekte. So zickte u.a. auch die schöne, blaue Stampe von Povl Toft, der deswegen nicht dabei sein konnte. Auch der Jungmann der „Bayerischen Delegation“ stand mit Zündmagnetproblemen in Stendal.

Der Stieglitz bekam den versprochenen Hallenplatz und wir bezogen Quartier in einem angemieteten Ferienhaus an der Nordküste der Insel, das für unsere Zwecke ideal war.

Den Donnerstag begann ich mit einem Rundflug über die Insel, damit Karin auch mal in die Luft kam. Danach habe ich das Programm für „Looping the Loop“ noch einstudiert und wieder eine für mich im Stieglitz neue Figur, eine halbe „Kubanische Acht“ geflogen.

Am Nachmittag stieß Leif Erichsen, ein Kollege aus MD 11 Zeiten, noch mit seiner „Tripacer“ dazu, der den weiten Weg aus der Frankfurter Gegend auf sich genommen hatte und so noch rechtzeitig zum ersten Briefing erschienen war.

Am Freitagmorgen begann dann der Wettbewerbsteil und die Teilnehmer flogen alle zweimal ihre Pflichtprogramme in „Looping the Loop“, „Rolling the Circle“ and „Dancing the Cloverleaf“. Am Abend gab es dann noch eine neue Disziplin, ein kurzes Rennen über die Piste. Es musste an einer Startlinie begonnen werden, ein Punkt wenige hundert Meter weiter mit waagerechten Flächen überflogen werden, dann rechts herum in den Gegenanflug mit einem kurzen Steigflug auf mindestens 150 m, dann ein Überflug über die Piste, wieder mit waagerechten Flächen, eine erneute Platzrunde mit Landung nicht vor der Startlinie und Abbremsen bis zum Stillstand. Die Zeitnahme begann mit dem „GO !“ und endete, wenn das Flugzeug nach der Landung zum Stillstand gekommen war. Dabei hatten auch die langsamen Flugzeuge eine echte Chance, weil sie engere Kurvenradien fliegen und nach der Landung auch erheblich schneller zum Stehen kommen können. So gewann dann auch ein UL, und Leif, der am eigentlichen Wettbewerb gar nicht teilnehmen konnte, wie seine Tripacer nicht kunstflugtauglich ist, erreichte Platz 3.
Inzwischen waren auch unsere Bayern eingetrudelt, die eine Bücker „Jungmeister“ mitbrachten, das ultimative Kunstflugzeug der dreißiger Jahre.

Die brave Bücker musste dann am Sonnabendmorgen ganz viel fliegen, weil sich mehrere Teilnehmer das Flugzeug teilten, und es noch einiges nachzuholen gab. Am Nachmittag stand dann „The Performance“ auf dem Programm. Jeder konnte sich ein eigenes Programm ausdenken und zu seiner ausgewählten Musik fliegen. Das Ganze fand bei bestem Wetter und unter den Augen eines herbeigeströmten Publikums statt, das sichtlich Freude an den schönen alten Flugmaschinen und ihren tollkühnen Pilotinnen und Piloten hatte und die Vorführungen mit viel Applaus bedachte.

Hier war der Geist der Veranstaltung auch wieder deutlich zu spüren. Gleichgesinnte treffen sich mit ihren schönen Flugapparaten, bewegen sie wie ehedem, ohne dabei zu hart an die Grenzen zu gehen. Sicherheit und Spaß stehen klar im Vordergrund, der Wettbewerb wird nicht verbissen geführt, und jeder hilft jedem, beim Anreißen der Motoren, beim Schieben der Flugzeuge, bei kleinen Reparaturen oder wobei auch immer.

Am Abend gab es dann wie immer das „Award Dinner“, zu dem sich wieder viele zeitgenössisch in Schale geworfen hatten. Es wurde gescherzt, gegessen, getrunken, getanzt und geehrt.
In „Looping the Loop“ bin ich mit 2.221 Punkten knapp hinter dem Erstplatzierten mit 2.226 Punkten Zweiter geworden, bei „The Performance“ habe ich den dritten Preis errungen und wieder den Sonderpreis für das älteste Flugzeug des Teilnehmerfeldes abgeräumt.

Der Sonntag war dann Ruhetag. Wir haben einen Ausflug nach Kerteminde gemacht, um Leif zu einem anderen Kapitänskollegen, der mit seiner Segelyacht in der Gegend schipperte, zu bringen, in Ruhe zu Abend gegessen und uns des Lebens gefreut.

Der Montag war als Rückreisetag geplant. Das Wetter war herrlich, es wehte ein mäßiger Nordostwind, der den Stieglitz über Fyn und Als diesmal zum Tanken nach Rendsburg blies. Der letzte Hüpfer nach Itzehoe war dann in ein paar Minuten erledigt, und Karin, die schon vorgefahren war, traf wenige Minuten später mit dem Bus ein.
Wir haben sie dann nach Hamburg-Fuhlsbüttel gebracht, von wo aus sie ihre Rückreise nach Frankfurt antrat.

Alles in allem wieder eine tolle Veranstaltung, wir freuen uns auf 2022, auch wenn die Anreise nach England lang werden wird. So ein wenig hadere ich noch damit, vor allem mit den 33 Kilometern über den Englischen Kanal, aber wie trösten die Flieger sich: „Der Motor weiß das doch gar nicht….!“
Søren, der gute Geist und spiritus rector der Veranstaltung hat mich aber in die Pflicht genommen, da ich als einziger Teilnehmer an allen bisherigen Treffen teilgenommen habe. Habe ich eine Wahl???

Ein Dank an alle, die die „Vintage Aerbatic World Championship“ erfunden haben und mit viel Einsatz und Arbeit am Leben halten!