Am Sonnabend, dem 24. Mai fand auf dem Flugplatz Rendsburg – Schachtholm die diesjährige „Rallye zischen den Meeren“ statt.

Bei einer Motorflugrallye geht es nicht darum, wer eine Strecke am schnellsten zurücklegt, denn dann wäre der „QAX“ wahrlich nicht das richtige Flugzeug. Es geht vielmehr um das Einhalten einer genau festgelegten Strecke und der bei der Meldung angegebenen Fluggeschwindigkeit. Und damit die schnelleren die langsameren nicht überholen, starten die „Düsenjäger“ zuerst.
Nach Ausgabe der Wettbewerbsaufgaben ist zunächst eine theoretische Navigationsaufgabe zu lösen, die auch dem Vertrautmachen mit der Wettbewerbsstrecke dient. Wer seinen „Aristo Aviat“ noch bedienen kann, ist dabei jedem Kandidaten mit modernem Navigationscomputer gegenüber klar im Vorteil. Und da ich meinen „Drehmeier“ auch auf dem A 380 noch benutze, um die eine oder andere Umrechnung vor allem schnell zu erledigen, ging das noch ganz flott. Der Navigator, und das war an diesem Wochenende mein Schwiegervater Hermann, kann sich in dieser Zeit mit den Suchbildern vertraut machen, die er während des Fluges zu identifizieren und mit ihrer Position in die Wettbewerbskarte einzutragen hat.
Da wir als Anfänger in der Einsteigerklasse fliegen durften, brauchten wir aber nur die Wendepunktfotos zuzuordnen. Bei der Gelegenheit: Hermann hat im zarten Alter von 80 an seiner ersten Flugrallye teilgenommen.
Der Start hat dann auf die Sekunde pünktlich zu erfolgen, was kein großes Ding ist, wenn man sich organisiert – und einen Elektrostarter hat. Hat der „QAX“ ja aber nicht, und deswegen waren wir sehr früh an Bord. Hermanns Startversuche waren aber sofort von Erfolg gekrönt, und so hatte der Motor reichlich zeit zum Warmlaufen.
Um 13:54:00 konnte ich dann auf der Piste 21 den Gashebel an den Anschlag schieben, und der „Rundflug“ begann. Die Strecke führte über die Wendepunkte Schalkholz, Süderhastedt, Wilster, Kellinghusen, Trappenkamp, Wahlstorf, Flintbek und Emkendorf zum Zielpunkt Jevenstedt und von dort dann zur Ziellandung wieder nach Rendsburg. Die genaue Einhaltung der Strecke und der Überflugzeiten wurde von einem mitzuführenden GPS-Logger peinlich genau überwacht.
Auf der Strecke herrschte traumhaftes Flugwetter, so daß Hermann und ich eigentlich nur mit den Unterlagen zu kämpfen hatten, die der Sog ständig aus dem Cockpit zu ziehen drohte. Ein Klemmbrett und ein paar Weckringe helfen da weiter. trotzdem ist es etwas anstrengend, mit nur zwei Händen Steuerknüppel, Gashebel, Stoppuhr, Schreiber und Karte zu kontrollieren. Das genaue Einhalten der fest vorgegebenen Überflugzeiten ist erheblich leichter, wenn man sich im Kopfrechnen fit gehalten hat. Auf dem Auswertungsbogen kann man die Differenz zwischen den Planwerten und den Messwerten ablesen. Zu meiner Entlastung ist zu sagen, dass ich aus dem hinteren Sitz die Überflug- und Wendepunkte nicht wirklich gut sehen kann.
Für die abschließende Ziellandung hatte ich mir extra vorgenommen, nicht sonderlich ehrgeizig zu sein und das Fliegerle zu schonen. Vielleicht war es gerade diese Grundeinstellung, die zum Erfolg führte, denn am Ende waren wir in dem Teilnehmerfeld aus 30 Mannschaften die einzige, die das nur 3 m lange „Nullfeld“ genau getroffen haben.
Gut gelaunt genossen wir Kaffee und Kuchen und warteten auf die Auswertung.
Und dann kam die große Überraschung !!! Sieg in der Einsteigerklasse, mit dem ältesten und wahrlich für eine Rallye ungeeignetsten Flugzeug des Teilnehmerfeldes.
Es gab einen Pokal und eine Urkunde und nun müssen (und werden) wir im nächsten Jahr in der Wettbewerbsklasse antreten. Und da wir nun eine Ahnung haben, wie es geht und wie wir vieles besser machen können, ist der Ehrgeiz geweckt. Von nun an wird jede Landung eine Ziellandung sein, aber dass ich den Erfolg so einfach wiederholen kann, glaube ich wirklich nicht – da war auch viel Glück dabei.
Egal, es war ein schöner Tag zum Fliegen, es waren nette Kameraden dabei, und die Organisatoren haben sich viel Mühe gegeben – DANKE ! Wi kümmt wedder !