Fünf Jahre ist es her, dass Karin mit mir einen Streckenerfahrungsflug gemacht hatte. Wie waren damals mit der MD 11 in Chicago. Lang ist’s her …
Ich fliege schon lange mit dem A 380 durch die Gegend, und Karin arbeitet auch nicht mehr „für die Cargo“, denn sie „dispatcht“ jetzt Langstreckenflüge bei der Passage.

Grund genug also zusammen mal wieder auf Strecke zu gehen. Wir haben uns wegen der Zeitenlage und dem Zielort New York ausgesucht.
LH400, der Morgenflieger über den Teich.
Solange die Lufthansa nach New York fliegt heisst der Flieger wohl so. Wer in seinem Lufthansa Pilotenleben nicht einmal als Co zurückgelesen hat: „Lufthansa 400, start-up approved, cleared JFK, XYZ-departure, squawk 1234!“, der war irgendwie nicht bei Lufthansa.

Seit einiger Zeit fliegt wird der A 380 auch im Winter auf der Strecke eingesetzt, und die Buchungszahlen geben das auch her, unser Flug war jedenfalls ausgebucht.

Karin durfte natürlich im Cockpit sitzen, denn sie war ja dienstlich unterwegs. „Normalsterblichen“ ist das nicht mehr möglich – der 11. September hat auch viel viel Schwachsinn hervorgebracht. Und damit kein Übereifriger „ich weiß was!“ schreit, hat Karin ihre Uniform von der Cargo aus dem Schrank geholt. So saßen wir denn mit zwei, drei und vier Streifen dekoriert im Cockpit.

Ehrensache, dass Karin den Flug geplant hatte. So konnte sie die Umsetzung ihrer Arbeit direkt beobachten. Und da Karin auch gerne fotografiert, gibt es eine Unmenge von Bildern zu bestaunen.

Aber von Angang an.

Ich war wie üblich mit dem letzten Zug von zu Hause nach Frankfurt gereist und trudelte gegen Mitternacht in meiner Bude ein. Danke eines ausgeklügelten Systems gab es nicht mehr viel zu packen, und ich konnte mich gleich aufs Ohr legen, um gut ausgechlafen meinen Dienst anzutreten. Briefing oder Einsatzbesprechung war am Sonnabend, dem 25.März 2018 um 08.20 Uhr Ortszeit Frankfurt.

Den besten Überblick über die geplante Flugroute bietet die sogenannte „significant weather chart“ für 12.00 h UTC also 13.00 h deutscher Zeit, weil sie die Streckenführung und die Starkwindfelder zeigt.

Zur Flugplanung

Natürlich wird der kürzeste Weg angestrebt, das ist der Großkreis, der sich bei Flügen über den Nordatlantik auf den meisten Karten immer als zum Pol gebogen darstellt. Letztlich entscheidend für die Flugzeit und damit den Verbrauch ist aber der schnellste Weg, und das ist der sogenannte „minimum time track“. Er entsteht, wenn der Einfluß des Windes mit berücksichtigt wird, und da der Wind über dem Nordatlantik in der Regel von Ost nach West weht, muss man ihm in Grenzen ausweichen.
Die Karte zeigt einen „jet-stream“, der südlich von New York den Atlantik erreicht, über die Bermudas hinwegweht, dann nach Norden Richtung Island abdreht, dann bei ungefähr 50 Grad nördlicher Breite wieder nach Osten auf Irland zudreht, bevor er dann auf die Iberische Halbinsel zuhält, um den Kartenausschnitt wieder in östlicher Richtung über die Sahara hinweg zu verlassen.

Ausschlaggebend für dieses „Mäandern“, das wellenförmige Bild, sind neben den lokalen Luftdruckverhältnissen auch die Wassertemperaturen. Der Golfstrom fliesst ja ganz ähnlich wie der Wind auf dieser Karte weht und treibt warmes Wasser in den Nordatlantik. Nördlich und westlich davon ist das Wasser dann kalt, und dieser Temperaturunterschied verstärkt die Luftdruckdifferenzen in großer Höhe durch schrumpfende und sich ausdehnende Luftmassen, was dann zur Ausbildung dieser Starkwinde führt. Der hier eingezeichnete erreicht bei ungefähr 50°N/035°W immerhin 150 Knoten, also fast 300 km/h.

Es ist also geboten, diesen starken Winden auszuweichen, denn bei 300 km/h Gegenwind schafft auch ein A 380 nur noch 600 km Strecke in einer Stunde, und Zeit ist Geld. Die Passagiere haben eine Ankunftszeit in New York gebucht, und die ist wenn möglich einzuhalten!

Der weitere Text ist noch in Arbeit …

Unterwegs mit der 400 …

New York, New York

und schnell wieder nach Hause: