Es sind bewegte Zeiten in der Fliegerei, und ich erwache jeden Morgen in Dankbarkeit, dass ich rechtzeitig meinen Dienst als A380 Kapitän quittiert habe. Und während der Linienluftverkehr am Boden liegt und sich meiner Ansicht nach auch nicht so schnell wieder erholen wird, brummt die Geschäftsfliegerei. Schnelle und unkomplizierte Direktverbindungen, morgens sehr früh los und abends sehr spät wieder zurück helfen so manche Corona-Beschränkung zu umgehen.
Und da viele Piloten der allgemeinen Luftfahrt in den vergangenen Jahren in die Linienfliegerei gewechselt haben, um ihre Karriere auf großen Flugzeugen fortzusetzen, ist bei den Business-Fliegern ein kleines Vakuum entstanden. Da ich ja vor 30 Jahren schon nebenher in Hamburg auf einer Beechcraft „King Air“ C90 geflogen bin, haben sich Kollegen von damals an mich erinnert, und mich schon vor einigen Monaten gefragt, ob ich nicht Lust hätte, etwas Neues zu probieren und einen Business-Jet zu fliegen.

Und so kam es dann, dass ich im Februar und März bei der Firma „Star-Wings“ in Dortmund die Musterberechtigung für die Cessna Citation Serie C525 erworben habe:
Die Cessna Citation ist ein kleiner, zweimotoriger Jet, in der Version 1+ für zwei Piloten und vier bis fünf Passagiere. Er hat vom technischen Aufbau natürlich nur wenig mit einem Airbus, einer Boeing oder McDonnel Douglas gemeinsam, aber so etwas fehlte mir ja noch in meiner Sammlung.
Inzwischen bin ich auch schon die ersten Einsätze geflogen, und – es fetzt. Man muss sich als Kutscher – wie in der General Aviation üblich – um viele Dinge selber kümmern, auch mal Catering besorgen und Koffer einladen, aber dabei fällt einem kein Zacken aus der Krone. Die ersten 20 Flüge muss ich als Copilot machen, das verlangt die Versicherung so, aber auch das ist in Ordnung, denn die meist wesentlich jüngeren Kollegen sind natürlich auf „command-hours“ erpicht. Sollen sie, und ich lasse sie, ich habe so etwa 15.000 Flugstunden als Kapitän in diversen Flugbüchern stehen, da dürfen die anderen auch mal. Das schönste ist, dass ich im sog. Werksverkehr nicht an das Alterslimit 65 gebunden bin, also solange weitermachen kann, wie ich will, bzw. wie der Fliegerarzt mich lässt. Zusammen mit der Fluglehrerei, dem Segelfliegen und der Citation sieht es ganz so aus, als würde ich „die Füße doch nicht an den Boden kriegen“. Macht aber rein gar nichts.

Die folgenden Bilder sollen Ihnen einen Eindruck von dieser Taschenrakete geben, für die ich mir, ganz entgegen meinen Überzeugungen, einen englischen Spitznamen ausgedacht habe – pocket-rocket. Die maximale Startmasse liegt unter 5 Tonnen, nur ein Motor des A380 hat schon über 6 Tonnen gewogen…..